
Josef Beutelmann, Chef der Barmenia, äußert sich zur PKV
Die Barmenia Versicherungen, die ihren Sitz in Wuppertal haben, wurden im Jahre 1904 gegründet. Im Jahre 2012 finanziert sich das Unternehmen fast ausschließlich über das Finanzprodukt der privaten Krankenversicherung. Josef Beutelmann, Leiter der Barmenia, hat sich in der Westdeutschen Zeitung zu den aktuellen Entwicklungen geäußert.
Barmenia sieht keine Krise
Überraschenderweise war das letzte Jahr, also 2011, das finanziell erfolgreichste in der gesamten Unternehmenshistorie, die knapp 3500 Mitarbeiter schafften einen Rekordumsatz von 1,7 Milliarden Euro. Es konnten sogar Zuwächse – besonders im Bereich der Vollversicherungen – verbucht werden.
Der 62 jährige Beutelmann, der seit 1998 im Unternehmen tätig ist, geht sogar noch einen Schritt weiter: Seiner Meinung nach kehren weniger Privatpatienten der PKV den Rücken, als umgekehrt, er verzeichnet Reihenweise Austritte aus der gesetzlichen Krankenversicherung.
Versicherungsinterne Beitragsanpassungen
Obwohl Beitragssteigerungen zu verzeichnen waren, befanden sich diese heuer unter deren der vorigen Jahre. Ganz ohne Steigerungen verlief aber auch das Geschäftsjahr der Barmenia nicht ab, um etwa 4,3 Prozentpunkte stieg die finanzielle Mehrbelastung für Versicherte.
Kritik an Beitragserhöhungen rigoros abgewiesen
„Bei jeder Gehaltserhöhung profitiert die gesetzliche Krankenversicherung durch Mehreinnahmen. Darüber redet kein Mensch.“
Denn während die Beiträge in der PKV zwar unerfreulicherweise, steigen Beiträge in der gesetzlichen Krankenkasse gleichsam an, das mediale Interesse ist jedoch gering, und viele Versicherte bekamen den Beitragsanstieg um knapp 4% im Jahre 2011 nicht mit.
Erhalt des dualen Systems, aber ein gleitender Prozess
Beutelmann würde sich wünschen, dass das Einstiegsgehalt für die private Krankenversicherung sinken würde. Würde es aber beispielsweise bei 2000-2500€ liegen, würden die Einnahmen für die Versicherer sinken, steigende Beiträge wären wiederum die Folge.
Nach Ansicht des Barmenia-Chefs ist daher ein fließender Übergang wichtig, damit das duale System erhalten bleibt. In erster Linie geht es Josef Beutelmann dabei wohl um den Erhalt hauseigener Versicherungsprodukte, die den Hauptumsatz ausmachen. Andererseits geht er auch auf den Konkurrenzkampf beider Systeme und die daraus resultierenden Versorgungsvorteile für Versicherte ein.
Letztendlich bleiben obige Aussagen aber wohl ein zweischneidiges Schwert, denn bei extrem steigenden Versicherungsbeiträgen im Alter und bei fehlenden Übernahmen von Alterssrückstellungen beim Wechsel in die gesetzliche, sowie die private Krankenkasse zieht sich Beutelmann mit der Aussage aus der Affäre, dass ein Wechsel in die GKV trotzdem noch unter dem Niveau eines Standard-Tarifs der PKV läge. In einen Standard-, bzw. Basistarif der PKV zu wechseln sei immer möglich.

