
Ist die medizinische Versorgung mit der Bürgerversicherung gewährleistet? - medical doctor © Kurhan
Immer öfter werden kritische Stimmen laut, wenn es darum geht, ob die Private Krankenversicherung in der jetzigen Form immer noch eine Daseinsberechtigung hat. Denn das aktuelle Versicherungssystem, ein duales, aus privaten und gesetzlichen Krankenkassen bestehend, sorgt nach Meinungen vieler Kritiker für soziale Ungerechtigkeit sorgt. Eine Bürgerversicherung wäre das Modell einer universellen, für alle Versicherten zulässigen System.
Vorschläge sind Janusköpfig
Natürlich wäre die Vereinheitlichung des Versicherungssystems eine enorme bürokratische Entlastung. In Zeiten von variierenden Versicherungsleistungen, einem undurchdringbaren Tarifdschungel und anderen Klötzen, die Versicherten vor die Beine geworfen werden, brächte eine Reform eine nicht unerhebliche Zeitersparnis mit sich.
Doch Medaillen haben bekanntlichermaßen zwei Seiten, und so warnen Befürworter des aktuell bestehenden dualen Systems vor einer Abschaffung der bestehenden Verhältnisse. In Ländern wie der Niederlande und Großbritannien findet das Modell der Bürgerversicherung – im Gegensatz zur Privaten und Gesetzlichen Krankenversicherung – Einsatz. Im direkten Vergleich zu “deutschen Verhältnissen” schneiden diese Länder in der medizinischen Versorgung schlechter ab…
Kein Gesetzesentwurf in Planung
Eines ist indes jedoch sicher: Aktuell plant die Regierung der Bundesrepublik Deutschland kein Gesetz zur Umstrukturierung des Gesundheitswesens. Die Versicherungsbranche, besonders aber die private Krankenversicherung muss in Zukunft allerdings möglicherweise um ihre Existenzberechtigung bangen – ganze Branchen könnten von diesem Wegfall betroffen sein.
Natürlich stellen sich private Versicherer prophylaktisch vor zukünftige Entwicklungen und sprechen von exorbitanten Kostenexplosionen im Falle einer allgemeingültigen Bürgerversicherung, bei gleichzeitig drastisch sinkender Qualität der Versicherungsleistung. Letztendlich liegt die Wahrheit aber wohl in der Mitte, und so würde bei einer Abschaffung wohl der Umfang der Leistung abnehmen, die finanzielle Belastung beim Kunden jedoch sinken.

